OGDCockpit:Hintergrund

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Die Städte Bonn, Köln und die österreichische Stadt Linz haben im Rahmen ihrer Aktivitäten zu Open Government Data (OGDOpen Government Data) eine Kooperation vereinbart. Unter Federführung des KDZ - Zentrum für Verwaltungsforschung, Wien, wird in einer Machbarkeitsstudie die Möglichkeit eines semantischen Wikis zur Erfassung, Darstellung und Bewertung eines Datenkataloges auf Open-Source-Basis demonstriert. Eine solche Funktion wird durch die bisherigen Lösungen für OGDOpen Government Data-Portale nicht ausreichend unterstützt, ist aber insbesondere für die vorbereitenden Fachbereichsabstimmung innerhalb Verwaltung, der politischen Beratungen und einem Datenmanagement im Regelbetrieb erforderlich.

Motivation

Behörden, die bereits Open-Data-Portale umgesetzt haben oder noch in der Vorbereitungsphase sind, stehen alle vor dem gleichen Problem: nach einer ersten - in der Regel relativ leicht zu realisierenden - Phase der Veröffentlichung von ersten Datensätzen muss das Erfassen, Beobachten und Bewerten von möglichen (weiteren) Datensätzen in den Regelbetrieb überführt werden. Dazu eigenen sich herkömmliche Tools wie z. B. Microsoft Excel oder die Web-Content-Management-Systeme nur sehr eingeschränkt.

In einem gemeinsamen Projekt der Städte Bonn, Köln und Linz wurde in Zusammenarbeit mit dem KDZ – Zentrum für Verwaltungsforschung ein Proof of Concept erstellt: Ziel war es, die Möglichkeiten eines semantischen Wikis zur Erfassung, Darstellung, Wartung und Bewertung eines internen Datenkatalogs mit Open-Source-Software zu demonstrieren. Die Stadt Bonn hat am 8. Mai 2014 das OGDOpen Government Data Cockpit in den Regelbetrieb gesetzt.

Softwareunterstützung für Open Government Data

Im Jahr 2011 hat das KDZZentrum für Verwaltungsforschung im Auftrag der Stadt Wien ein Vorgehensmodell für Open Government entwickelt und 2012 aktualisiert und erweitert. Wesentlicher Teil des Vorgehensmodells ist ein internes Datenmonitoring, das es ermöglicht, nach vordefinierten Kriterien zu beurteilen, wie gut sich ein Datensatz für die Veröffentlichung auf einem OGDOpen Government Data-Portal eignet. Als Erfassungs- und Bewertungstool wurde eine einfache Excel-Tabelle vorgeschlagen, die auch für andere Verwaltungen zur Nutzung auf http://www.kdz.eu/de/open-government-vorgehensmodell abrufbar ist.

Gerade in größeren Verwaltungen stößt die Pflege eines internen Datenkatalogs mit Tabellenkalkulationsprogrammen allerdings schnell an seine Grenzen. Die bisher verfügbare Softwarelösung CKAN1 hat zum Ziel, ein OGDOpen Government Data-Portal aufzusetzen, auf dem Daten veröffentlicht, gesucht und verwendet werden können. CKAN ermöglicht aber nicht die interne Verwaltung von Datenbeständen vor deren Veröffentlichung. Auch die herkömmlichen Content-Management-Systeme eigenen sich nur eingeschränkt für die Erfassung eines internen Datenkatalogs. Phase 1 - Software.png
Quelle: http://www.kdz.eu/de/open-government-vorgehensmodell

Ziele

Projektziele:

  • Lauffähiger Prototyp eines OGDOpen Government Data Cockpits auf Basis von Open-Source-Software zur Verwaltung eines internen Datenkatalogs, Durchführung von Bewertungen nach den Kriterien zum internen Datenmonitoring und Planung von Freigabephasen.
  • Befüllung des Prototyps mit dem Datenkatalog der teilnehmenden Städte (Beispieldaten)
  • Demonstration der Funktionalitäten auf einer Web-Plattform, um anderen Verwaltungen in Europa eine Möglichkeit aufzuzeigen, Open-Source-Software für das interne Datenmanagement zu verwenden.

Anwendungsfälle

Die Software kann entweder rein behördenintern zur Anwendung kommen, um die Veröffentlichung von Datensätzen bestmöglich vorzubereiten. Durch den kollaborativen Ansatz (Wiki-Technologie) können unterschiedliche Dienststellen gemeinsam am zu veröffentlichenden Datenkatalog arbeiten. Die Erstellung könnte aber – ganz im Sinne von Open Government – auch transparent gemacht werden. Bürgerinnen und Bürger hätten so die Möglichkeit, den Datenkatalog zu sehen, und zwar inkluisive der noch nicht veröffentlichten Datensätze und den begründungen, warum diese (bisher) nicht veröffentlicht worden sind.

Use Case 1 - rein Behördeninterne Nutzung

In diesem Anwendungsfall wird das OGDOpen Government Data-Cockpit entweder in einem behördeninternen Webserver/Netzwerk installiert bzw. wird das Wiki so konfiguriert, dass nur Benutzerinnen und Benutzer mit Username und Passwort die Inhalte sehen und bearbeiten können.

Merkmale
Diskussionen und Bewertungen kritischer Datensätze können rein intern geführt werden.
Kulturell bedingte Bedenken von Verwaltungsbediensteten gegen zu große Offenheit und Transparenz können abgefangen werden.

Use Case 2 - behördenübergreifende Kooperation

Installation auf einem von mehreren Behörden erreichbaren Webserver, nur Benutzerinnen und Benutzer der beteiligten Behörden können mit Username und Passwort die Inhalte sehen und bearbeiten. Die teilnehmenden Städte können BenutzerInnen anlegen und verwalten, BenuzterInnen können jeweils alle Inhalte der anderen sehen.

Die behördenübergreifende Bearbeitung kann auf mehreren Ebenen erfolgen, z. B:

  • interkommunal (z. B. mehrere Städte)
  • regional (z. B: Länder oder Bezirke/Kreise mit deren Kommunen)
  • interministeriell (z. B. mehrere Ministerien oder auch Ministerien mit nachgelagerten Organisationen wie Bundesanstalten)
Merkmale
Behörden können sehen, wie Datensätze anderer Behörden dort bewertet und diskutiert wird bzw. welche Veröffentlichungsphasen dort geplant sind.
Dadurch, dass alle teilnehmenden Behörden alle Inhalte sehen und bearbeiten können, wird ein behördenübergreifender Diskurs möglich.

Use Case 3 - offene, behördeninterne oder übergreifende Nutzung

Dieser Use Case wurde im Prototyp des OGDOpen Government Data-Cockpit realisiert. Die Behörden (egal ob eine oder mehrere) öffnen das OGDOpen Government Data-Cockpit lesend für alle. Änderungen können aber nur durch berechtigte Benutzerinnen und Benutzer durchgeführt werden. (Rein behördeninten bzw. können auch einzelne andere berechtigt werden).

Merkmale
Durch die Veröffentlichung des Datenkatalogs ist ein großer Schritt in Richtung Transparenz unternommen: Die Öffentlichkeit kann nachsehen, welche Datensätze es gibt, unabhängig davon, ob diese bereits in einem OGDOpen Government Data-Portal veröffentlicht wurden oder nicht. Weiters ist das Datenmonitoring sichtbar, also erkennbar, warum gewisse Datensätze bisher noch nicht veröffentlicht worden sind bzw. wann die nächsten veröffentlicht werden.
Die Öffnung kann zu Widerständen in den Fachabteilungen führen. Ev. wird dadurch eine ehrliche verwaltungsinterne Diskussion gehemmt, da alles öffentlich ist.

Use Case 4 - kollaborative Nutzung

Bei der kollaborativen Nutzung würde die Behörde externen Benutzerinnen und Benutzern erlauben, sich selbst Accounts anzulegen und mitarbeiten zu können.

Merkmale
In diesem Fall könnten externe Einfluss auf das Datenmonitoring nehmen. Dies kann daher problematisch sein.
Anregungen von externen zu Datensätzen können so gleich entgegengenommen werden.

Use Case 5 - Open Data Portal

Die Verwendung als komplettes Datenportal ist nicht der primäre UseCase, dazu gibt es die bewährte Softwarelösung CKAN: http://ckan.org

Ein Beispiel für ein an die Öffentlichkeit gerichtetes Datenportal, das bereits veröffentlichte Datensätze übersichtlich darstellt, ist das Projekt NYC facets, das veröffentlichte Datensätze des Datenportals der Stadt New York übersichtlich präsentiert.

Verwendete Software

Für das OGDOpen Government Data-Cockpit wurde Open-Source-Software verwendet. Im Wesentlichen basiert das OGDOpen Government Data-Cockpit auf Semantic MediaWiki. Details sind auf der Seite Spezial:Version nachzulesen.

Es wurden die Softwarekomponenten nur installiert und konfiguriert, es war keine Softwareentwicklung nötig.